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Nussknacker und Mausekönig (D 2015)

"Nussknacker und Mausekönig" erzählt die Geschichte eines besonderen Weihnachtsfestes im Hause Stahlbaum. Die Kinder Marie und Fritz können die Bescherung kaum erwarten. Neben den Geschenken ihrer Eltern freuen sie sich ganz besonders auf das, was ihnen ihr Patenonkel Drosselmeier unter den festlich geschmückten Baum legt. Diese Weihnachten ist es ein zauberhafter Kasten, in dem eine "Zuckerwelt" voller Musik und mechanischer Figuren stecken.
Erst als der Abend schon zu Ende geht, entdeckt Marie noch ein Geschenk: einen hölzernen Nussknacker, der sie gleich in ihren Bann zieht. Noch in der gleichen Nacht erwacht das Mädchen von Mäusegetrappel. Im Weihnachtszimmer entdeckt sie den unheimlichen Mausekönig mit seiner Schar. Auf wundersame Weise wird der Nussknacker lebendig und muss sich gegen die Angriffe des Mausekönigs zur Wehr setzen. Marie verteidigt den zauberhaften kleinen Kerl mit allem, was sie hat. Doch sie ahnt nicht, dass dies erst der Anfang eines unglaublichen Abenteuers ist, bei dem sie auch Zutritt erhält in die magische Welt der Zuckerfee.

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Filminformationen
Regie: Frank Stoye
Drehbuch: Tiina Takkula, Thomas Brück
Kamera:
Bernd Fischer
Ton:
Tina Schulte
Schnitt:
Friederike Weymar
Musik:
Tobias Kuhn, Markus Perner
Orchesteraufnahmen:

MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Dominik Beykirch
Kostüme:
Anna Scholich
Maske:
Daniela Schmiemann,
Amalie Hastmann
Szenenbild:
Veronika Große, Detlef Provvedi
Visual Effects:
MovieBrats Studios, Balance
Film GmbH, Bremedia Produktion GmbH
Produktion:
Bremedia Produktion GmbH
Produktionsleitung: Frank Berszuck,
Anke Sipp
Produzent: Kirsten Lukaczik
Producer:
Katharina Wagner
Redaktion:
Michaela Herold (Radio Bremen),
Dr. Astrid Plenk (MDR), Christa Streiber (MDR)
Auftragssender:
ARD, MDR, Radio Bremen
Drehorte: Schlosshotel "Zum Markgrafen" (Quedlinburg), Dorint Parkhotel Bremen
Drehbeginn: 10.03.2015
Drehende:
27.03.2015
Erstausstrahlung:
25.12.2015 (ARD)
DVD-VÖ:
03.12.2015
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
E.T.A. Hoffmann
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Besonderheit
Filmpremiere bei folgenden Filmfestivals:
08.10.2015, "Schlingel - 20. Internationales Filmfestival" (Chemnitz)
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Darsteller
Marie Stahlbaum: Mala Emde
Fritz Stahlbaum:
Leonard Seyd
Nussknacker:
Sven Gielnik
Mausekönig:
Joel Basman
Mutter Stahlbaum:
Brigitte Hobmeier
Vater Stahlbaum:
Jürgen Tonkel
Onkel Drosselmeier:
Anatole Taubman
Zuckerfee: Collien Ulmen-Fernandes
Diener Alfred: Guildo Horn
Fotos: NDR / Radio Bremen, Christian Schulz
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 Drehberichte
 

Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Nussknacker und Mäusekönig – ein sehr berühmter Märchenstoff, der von der ARD mit viel Engagement umgesetzt wurde. Ganz kurz zusammengefasst geht es in dem Märchen um ein Mädchen, das sich in einen Nussknacker verliebt und ihn durch ihre Liebe erlöst, sodass der Nussknacker sich am Ende wieder in einen jungen Mann zurückverwandelt – oder war alles tatsächlich nur ein Traum, wie es nicht ganz klar aus dem Film hervorgeht?

Nun ist E.T.A. Hoffmann, der das Kunstmärchen schrieb, in seinen Werken der literarischen Romantik ja grundsätzlich dafür bekannt, dass das Wunderbare bei ihm eine ganz andere Bedeutungsebene einnimmt als im klassischen europäischen Volksmärchen, in dem z.B. Zwerge und Feen als selbstverständlich gelten und deren Existenz daher nicht hinterfragt wird. Bei Hoffmann herrscht eine Diskrepanz zwischen der bürgerlichen aufgeklärten Welt und der fantastischen romantischen Welt vor, d.h. nicht alle Figuren aus Hoffmanns Märchen nehmen die fantastische Welt ernst, halten sie vielmehr für Spuk und Hirngespinste, fürchten sich vor ihr.
Die ARD schafft es, diese Diskrepanz auch im Film umzusetzen und wird damit der literarischen Vorlage eindrucksvoll getreu: Einzig Marie (tiefsinnig und verträumt gespielt von Mala Emde) glaubt an die Kraft der Fantasie, die ihr der Pate Anselmus Droßelmeier (geheimnisvoll dargestellt von Anatole Taubman) eröffnet. Aber gerade dadurch wird Marie, als sie vom Kampf des Nussknackers (Sven Gielnik) mit einem Mäusekönig (superstark verkörpert von Joel Basman) erzählt, von ihrer brav bürgerlichen Familie nicht ernst genommen und für krank und fiebrig gehalten – sogar der kleine Bruder (Leonard Seyd) meint einmal, seine Schwester sei verrückt geworden.

Der Film verwendet entsprechend der ambivalent unheimlichen und faszinierenden Stimmung einerseits düstere, dunkle und andererseits warme, gelbe Bilder – Träume und geheimnisvolle Musik verstärken das Rätselhafte der Atmosphäre. Sehr kunstvoll wird auch die Binnenerzählung aus der Vorlage der Prinzessin Pirlipat und dem Märchen von der harten Nuss durch ein Schattentheater optisch in der Erzählung des Paten Droßelmeier untermalt. Dazu kommt auf der akustischen Ebene die Musik Tschaikowskys zum Tragen aus dessen weltberühmten Ballett „Der Nussknacker“. Und schließlich lautet der Vorname von Droßelmeier Anselmus, was ein intertextueller Verweis auf ein weiteres bekanntes Märchen von E.T.A. Hoffmann, nämlich „Der goldne Topf“, darstellt.

Bleibt nächstes Weihnachten also nur noch Folgendes zu wünschen: Wenn die ARD mit dieser tollen Stimmung an die Stoffe Hoffmanns herangeht, warum sich nicht auch an weiteren Werken dieses vielschichtigen Autors versuchen?

27.07.2017

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