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Der Schweinehirt (D 2017)

Das Königreich Lichterwald steht vor dem finanziellen Ruin und nur eine Hochzeit von Prinz Augustin mit einer Braut aus reichem Hause kann Schlimmeres verhindern. Als seine Mutter keine Ruhe gibt, beschließt Augustin, dass er die Kaisertochter zur Frau nimmt. Um sie für sich zu gewinnen, will Prinz Augustin ihr das Wertvollste schenken, was sein Land noch hat: eine Nachtigall, die alle
Lieder singen kann, und eine Rose, die mit ihrem einzigartigen Duft alle Sorgen verfliegen lässt. Doch die schöne Kaisertochter Victoria steht nur auf künstlichen Tand und lässt Prinz Augustin abblitzen.
So leicht gibt Augustin aber nicht auf. Er heuert als Schweinehirt am Kaiserhof an und versucht, mit anderen Geschenken das Herz der Prinzessin zu erobern. Dazu besucht er den Trödelladen von Schief und Krumm und tauscht dort Nachtigall und Rose gegen einen Topf, der zugleich Seifenblasen produziert, und eine wundersame Ratsche. Beide Dinge begeistern die Prinzessin, und sie will sie unbedingt haben. Der Schweinehirt verlangt dafür erst zehn und dann 100 Küsse. Widerwillig lässt sich Victoria auf den ungewöhnlichen Tauschhandel ein. Aus anfänglich kurzen Küssen werden nach und nach leidenschaftliche.
Parallel sucht der Kaiser für seine Tochter einen geeigneten Mann. Es soll der reiche Prinz Ferdinand sein. Auf einem Maskenball soll die anstehende Hochzeit verkündet werden. Das will der Schweinehirt unbedingt verhindern und schleicht sich, gemeinsam mit Schief und Krumm, auf den Maskenball. Als ihre Tarnung auffliegt, wird Augustin des Hofes verwiesen. Gebeutelt kehrt er zu seiner Mutter zurück. Die hat schon geahnt, dass ihr Sohn keinen Erfolg haben wird und eine andere Prinzessin für ihn als Braut ausgewählt. Doch Victoria kann ihren Schweinehirt nicht vergessen und beschließt, ihr pompöses, aber emotionsloses Leben gegen ein freies Leben als Schweinehirtin einzutauschen. Wieder müssen Schief und Krumm helfen.
Doch wird Victoria es noch rechtzeitig an den Hof von Prinz Augustin schaffen? Dort hat die Hochzeitszeremonie bereits begonnen.

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Filminformationen
Regie: Carsten Fiebeler
Drehbuch: Anja Kömmerling, Thomas Brinx
Kamera:
Peter Nix
Ton:
Magnus Pflüger
Schnitt:
Monika Schindler
Musik:
Thomas Klemm
Kostüme:
Polly Matthies
Maske:
Kerstin Geacklein, Heiko Schmidt
Szenenbild:
Alexander Wolf
Produktion:
Neue Schönhauser
Filmproduktion
Produktionsleiter: Finn Freund,
Stefanie Reichelt
Produzent: Boris Schönfelder
Producer: Katharina Possert
Redaktion:
Anja Hagemeier,
Anke Sperl (RBB)
Auftragssender:
ARD, RBB
Drehorte: Juliusturm der Zitadelle Spandau, Paltrockwindmühle Langerwisch, Schloss Friedrichsfelde, Schloss Wiesenburg, Burg Rabenstein, Schlosspark Petzow
Drehbeginn: 05.07.2017
Drehende:
28.07.2017
Erstausstrahlung:
26.12.2017 (ARD)
DVD-VÖ:
08.12.2017
Spieldauer:
60 Minuten
Autor:
Hans Christian Andersen
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Darsteller

Prinz Augustin: Emilio Sakraya
Prinziessin Victoria:
Jeanne Goursaud
Königin von Lichterwald:
Margarita Broich
Kaiser von Siebenlande:
Bernhard Schütz
Schief:
Milan Peschel
Krumm:
Johann Jürgens
Hofdame Mine:
Judith Neumann
Hofdame Tine:
Lisa Hrdina
Pfarrer: Werner Braunschädel
Hofmarschall: Hendrik Heutmann
Schweinehirt: Florian Kleine
Johann: Timmi Trinks

Fotos: RBB / Michael Rahn
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 Dreharbeiten
 Interviews
 
 

Autor Marcel Zischg

Marcel Zischg, geboren 1988 in Meran, aufgewachsen in Naturns im Vinschgau.
Nach dem Schulabschluss an der Handelsoberschule „Franz Kafka“ in Meran folgt das Studium der Germanistik in Innsbruck.
Unter dem Titel „Sehnsucht“ erschien im Jahr 2010 Zischgs Erzählung „Das Haus“ in der Studentenzeitschrift „Der Kaktus“ der Universität Innsbruck.
Im August 2012 schloss Zischg sein Bachelorstudium in Germanistik ab. Seit Oktober 2012 studiert er wieder Germanistik, diesmal als Masterstudium. Mitte 2013 wird Zischgs erster Erzählband „Familie am Bach“ im Provinz-Verlag in Südtirol erscheinen.

Der Schweinehirt ist ein Kunstmärchen von Hans Christian Andersen und ein eher unbekannter Stoff zum Verfilmen. 2017 hat die ARD-Märchenreihe „6 auf einen Streich“ das Märchen unter der Regie von Carsten Fiebeler schwungvoll, jugendlich und eigensinnig verfilmt.

Das kleine Königreich Lichterwald steht vor dem finanziellen Ruin – daher soll Prinz Augustin (selbstbewusst dargestellt von Emilio Sakraya) eine wohlhabende Prinzessin heiraten. Augustin beschließt, um die Hand der Kaisertochter Victoria (dynamisch verkörpert durch Jeanne Goursaud) anzuhalten. Das Wertvollste, das dem Königreich Lichterwald geblieben ist, sind eine Nachtigall, die jedes Lied singen kann und eine Rose, deren Duft allen Kummer verfliegen lässt. Aber die Kaisertochter lässt den Prinz und seine Geschenke abblitzen, da sie nur an kunstvoll gefertigtem Spielzeug interessiert ist. Da beschließt der Prinz, sich als Schweinehirt zu verkleiden, um das Herz der hochmütigen Prinzessin doch noch zu gewinnen …

Die Stärke dieser Filmversion liegt darin, dass sie geistige Werte wie Liebe und Glück der materiellen, gekünstelten Welt des Hofes, deren wichtigster Wert in der Vermehrung des Reichtums, im Hochmut und der Arroganz besteht, eindrücklich gegenüberstellt.

Andersens Text jedoch schließt nicht mit einem glücklichen Ende für die Prinzessin: Der Prinz ist enttäuscht, da sich die Prinzessin nur in sein Spielzeug, aber nicht in ihn selbst verliebt (anders im Film), weshalb er sie, als er sich zu erkennen gibt, vor dem Tore seines Königreichs stehen lässt, wo sie immerfort traurig singen muss: „Ach, du lieber Augustin, alles ist hin, hin, hin!“

Wie dieser Film endet, lasse ich an dieser Stelle offen – jedenfalls erwartet den Zuschauer eine sehr eigenwillige und jugendlich schwungvolle Version des Märchens.

31.12.2017

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